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November Downtown |
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unterwegs mit Julia |
Unglaublich wie schnell die Zeit inzwischen vergeht. Schon wieder ist ein
Monat vergangen seit meinem letzten Eintrag. Eine Woche nach meinem Geburtstag
bin ich tatsächlich umgezogen. Ich wohne jetzt in einem Haus mit drei
Stockwerken, in denen maximal 6 Leute wohnen werden. Bisher sind es aber nur
George, Jerry und ich, die eingezogen sind. George gehört das Haus, er ist 26
und arbeitet bei einer Bank. Er hat das Haus denke ich als Investition gekauft.
Jerry ist um die 40 und hat zwei Jobs. Deshalb ist er eigentlich nur zum
Schlafen daheim. Da er im Keller wohnt und sein eigenes Bad und Küche hat, sehe
ich ihn vielleicht einmal die Woche.
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super Wetter |
Das gesamte Erdgeschoss besteht aus einer
offenen Küche, die in ein großes Wohnzimmer (noch nicht fertig
eingerichtet, der Esstisch fehlt noch) mit riesen Couch und Fernseher übergeht.
Außerdem gibt’s ein Gästeklo und eine kleine Ecke mit Frühstückstisch. Wie
gesagt ist alles nagelneu und renoviert und mein Zimmer war sogar möbliert mit
Bett Tisch und Regal. Ich hab, abgesehen von George, das größte Zimmer im Haus
und vor allem den größten Einbauschrank. Den brauche ich auch, denn da kann ich
perfekt meine Koffer drin verschwinden lassen. Für den Umzug hatte ich mir für
einige Stunden ein Auto gemietet und innerhalb von einer Stunde hatten Sidsel
und ich alle meine Sachen von der alten zu neuen Wohnung gebracht.
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un ein sehr schöner Sonnenuntergang |
Ich hab mich hier beim Carsharing angemeldet und jetzt kann ich mir ein Auto
stundenweise mieten. Da an der Uni gleich zwei Mietstationen von Zipcar (so heißt
die Firma) sind, ist fast immer auch kurzfristig ein Auto frei. Das System ist
ganz einfach und wenn ich das Auto doch länger brauche als geplant schicke ich
einfach eine SMS um die Mietzeit zu verlängern. Um mich bei Zipcar anzumelden
musste ich mir allerdings einen kanadischen Führerschein besorgen. Das war mal
wieder ein längerer Prozess, denn ich musste zunächst zum deutschen Konsulat um
mir eine Übersetzung meines Führerscheins zu holen (der international Führerschein
bringt hier irgendwie gar nix) und erst dann konnte ich bei der
Führerscheinstelle meinen deutschen Führerschein gegen einen kanadischen
eintauschen. Ja tatsächlich eintauschen, denn mein deutscher Führerschein
wird nach Deutschland zurück geschickt und ich kann ihn dann in Deutschland
wieder gegen den Kanadischen eintauschen. Dabei der größte Nachteil: es gibt
keine Übereinkunft mit Deutschland, was den Motorradführerschein angeht, also
bin ich jetzt nur befugt Auto zu fahren.
Für eine Motorrad Lizenz muss ich hier
nochmal die Fahrprüfungen ablegen. Dennoch war es das wert, denn ich hab jetzt schon öfter Zipcar genutzt.
Manchmal ist es einfach zu kompliziert irgendwo mit öffentlichen
Verkehrsmitteln hinzufahren. An dem Sonntag an dem ich Umgezogen bin, haben wir
auch gleich die Gelegenheit genutzt und sind zu Ikea gefahren. da hab ich mir
dann noch eine Kommode und einen kleinen Tische für mein Zimmer gekauft.
Ich bin sehr glücklich über mein neues Zimmer, denn jetzt hab ich wirklich
Platz und außer mir benutzt quasi niemand die Küche (zumindest bisher). Außerdem
kann ich auch endlich Freunde zu mir einladen und es ist genug Platz für
Übernachtungsgäste. Ich wohne jetzt direkt am Supermarkt und habe gleich
festgestellt, dass ich mein Einkäufe überhaupt nicht mehr plane sondern einfach
schnell das hole was ich brauche, wenn es mir einfällt. In Kanada haben die
Läden auch sonntags auf, also muss ich noch nicht mal das beachten.
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2 echte Oscars |
Am Samstag vor meinen Umzug habe ich mir zusammen mit Jakob, Nora und Lisa
(einer Freundin von Nora die in Rochester wohnt also auf der amerikanischen
Seite vom Ontario See) die James Bond Ausstellung angehen. Die Ausstellung ist
Teil des internationalen Filmfestivals in Toronto und zu Ehren des 50jährigen
James Bond Jubiläums. Wir hatten sogar eine Führung und konnten somit einige
Requisiten aus diversen James Bond Filmen bestaunen. Am besten fand ich die Q
Abteilung in der man die ganzen Gadgets bewundern konnte die James Bond
benutze. Und vor allem wie manche Ideen 30 Jahre später tatsächlich in die Tat
umgesetzt wurden (z. B. bei Telefonen und Uhren). Leider war es nicht erlaubt
Fotos zu machen.
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mit Nora, Jakob und Lisa Dim Sum essen |
Nach der Ausstellung sind wir nach Chinatown gezogen um Mittagessen zu gehen
und wir haben das perfekte Dim Sum Restaurant gefunden. Haha das Mittagessen
war wirklich ein Erlebnis. Wir bekamen einen Tisch zugewiesen und einen
Zettel auf dem alle Gerichte standen. Dim Sumsind kleine Spezialitäten die man
Querbet bestellt wie es einem Gefällt und deren Preis jeweils zwischen 3 und 5
Dollar lag. Wir haben einfach mal losgelegt alles bestellt was sich gut anhörte
und einiges das wir nicht kannten. Unter anderem auch Hühnerfüße süßsauer,
verschiedene Dumplings, Tintenfisch, Rindfleisch, Reis, also alles Querbeet.
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Hühnerfüße |
Woow und es war letztendlich natürlich viel zu viel. Aber die Hühnerfüße waren
gar nicht schlecht, eigentlich wie nur die Haut von nem Huhn, und der gebackene
Tintenfisch sowie die Sesambällchen waren das Highlight. Zum platzen voll sind
wir dann weiter gezogen und einmal quer durch die Innenstadt, vorbei am Dundas
Square, zum Distillerie District gelaufen. Dieses Viertel ist auf dem Gelände
einer ehemaligen Brauerei und besteht deshalb aus alten Fabrikgebäuden aus
Backstein. Hier gibt es Viele Galerien und Läden, einen Chocolatier und natürlich
eine Brauerei.
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Distillerie District |
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Bier Proben |
Natürlich sind wir in der Brauerei gelandet und haben’s uns
nicht nehmen lassen einmal rund durch die komplette Bierpalette zu bestellen.
Praktischerweise gibt es extra Probierportionen und somit bekam jeder seine
eigene Auswahl von 4 Biersorten. Der Distillerie District gefällt mir wirklich
gut und erst 3 Tage vorher war ich mit Julia dort gewesen, weil das Wetter so
gut war und wir Lust auf einen Ausflug hatten. Der Weihnachtsmarkt ist auch auf
diesem Gelände und deshalb stand schon der Baum und einige Lichter waren schon
an. Abends war ich dann mal wieder bei Sidsel zum Essen eingeladen und zusammen
mit Maria und Ivana hatten wir einen netten Mädelsabend.
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Tour über die Skyline von Toronto |
Die Woche nach meinem Umzug war ich die meiste Zeit im Büro, da ich einen
Vortrag bei einem Symposium in der Uni vorbereiten musste. Da Christian in der
Woche in Italien war, musste bis Mittwoch der Großteil der Präsentation fertig
sein, damit er vor Freitag noch mal drüber schauen konnte. John teilte mir außerdem
mittwochs mit, dass wir den Testflug mit dem Helikopter auch am Freitag machen
würden. Das war etwas ungünstiges Timing, da das Symposium auch am Freitag
stattfand. Ich war wirklich nervös wegen des Vortrags, weil das der erste war,
den ich in Englisch halten musste und ich Angst hatte, dass mir irgendwann die
richtigen Worte fehlen würden. Christian wollte, dass ich bei dem Symposium
unsere Arbeitsgruppe und die Pläne für meine Doktorarbeit vorstelle.
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Landung mit dem Bird |
Folglich
ging es also um die Bedeutung von Meereis und Meereisdickenmessungen in der
Arktis und elektromagnetischen Messungen des Meereises aus der Luft. Vielleicht
mache ich mal einen Blogeintrag nur über mein Doktorarbeitsthema.
Zum Glück
hatte ich die vergangenen Monate so viel über Meereis gelesen, dass ich
mich einigermaßen sicher fühlte alle Möglichen Fragen beantworten zu können.
Dementsprechend ist der Vortrag dann auch gut gelaufen und ich bin direkt
danach zum Helikopterflugplatz gefahren.
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ich durfte vorne sitzen |
Der Flugplatz ist eine halbe Stunde von der Uni entfernt und die Firma macht
überwiegend Sightseeing und Lehrflüge. Als ich ankam empfing mich Sherryl
(Johns Frau) und erklärte mir, dass John bereits mit dem Helikopter unterwegs
wäre, und dass der Pilot aus Versicherungsgründen sowieso nur John hatte mit an
Bord nehmen wollen. Nach kurzer Zeit sahen wir auch den Helikopter zurück
kommen und so konnte ich wenigstens die Landung des Birds mitverfolgen. Der
Testflug war erfolgreich gewesen und alles hatte funktioniert. Nachdem ich John
geholfen hatte den Bird vom Helikopter abzukoppeln rückte er mit einer großen
Überraschung raus. Da alles so gut geklappt hatte und sie nur eine halbe
Stunde für den Test gebraucht hatten, war eine halbe Stunde Flugzeit übrig und
wir würden mit dem Helikopter eine Sightseeing Tour über die Skyline von Toronto
machen. Also sind wir alle in den Helikopter (ich durfte vorne neben dem
Piloten sitzen) und so hab ich doch noch meinen Helikopterflug gemacht. Sherryl
meinte das wäre das erste mal, dass genug Zeit sei um bis zum CN Tower zu
fliegen und dass sie das auch noch nie gemacht hätte. Wir haben also eine runde
um den CN Tower gedreht und sind waren sogar so nah dran, dass man die Leute im
Restaurant sitzen sehen konnte.
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Johns ganzer Stolz |
Auf dem Rückweg sind wir direkt über meine Uni
und mein Haus geflogen.
Gegen drei Uhr Nachmittags hatten wir den Bird dann schon wieder auseinander
genommen und transportfertig ins Auto gepackt. Die Woche danach wurde er direkt
nach Vancouver geschickt und letzte Woche waren John und Christian dort
zusammen mit Kasu um Messungen zu machen.
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Casa Loma |
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die Nationalhymne |
Da ich ein Auto gemietet hatte um zum Flugplatz zu kommen, hatte ich also
für den Rest des Tages ein Auto und Sidsel und ich haben dann spontan einen
Nachmittagsausflug zur CASA LOMA gemacht. Casa Loma ist ein Schloss in Toronto,
dass 1911-1914 als Wohnhaus von einem reichen Privatmann (Henry Pelallt) gebaut
wurde. Die Architektur ist an mittelalterliche Schlösser in Europa angelehnt.
Zu seiner Zeit war es die größte Privatresidenz Nordamerikas. Inzwischen gehört
das Schloss der Stadt Toronto und ist als Museum eine der meistbesuchten Touristenattraktionen
in Toronto. (Übrigens wurden einige Filme hier gedreht z. B.: X-Men, Chicago).
Sidsel und ich haben uns nur das Gebäude von aussen angesehen, da der Eintritt
uns etwas zu teuer war so kurz vor Schließzeit des Museums.
Ich war natürlich in einer super Stimmung dank eines erfolgreichen Tages und
die hielt über das ganze Wochenende. Samstags hatten wir dank eines Programms
für internationale Studenten günstige Tickets für ein Eishockey Spiel. Da die
NHL (North American Hockeyleague) Spieler im Streik haben wir uns ein Spiel der
Marlies angesehen. Das war super und vor allem gibt es keine strengen
Platzkontrollen, sodass wir uns einfach im zweiten Drittel auf bessere Plätze
gesetzt haben.

Hockey ist wirklich relativ brutal und es gab sogar zwei
richtige Prügeleien. Man hat allerdings das Gefühl, dass die Spieler es drauf
anlegen, dass es zu so was kommt weil die Fans gerade deshalb das Spiel lieben.
Abends sind wir dann noch zu Calvalcades Of Lights Show gegangen. Eine open Air
Party vorm Rathaus zum entzünden der Lichter am Weihnachtsbaum. Es gab ein
Riesen Feuerwerk und Open Air Konzert. Wir haben uns aber eigentlich nur das
Feuerwerk angeschaut, da es einfach zu kalt war und nur Kanadier ein
Freilichtkonzert bei Null Grad über mehrere Stunden aushalten.
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Universitäts Hockey |
Während der Woche haben wir uns dann noch ein Hockeyspiel der Unimannschaft
angeschaut. Als Studenten der selben Universität haben wir freien Eintritt. Es
war natürlich nicht ganz so toll wie das Marlies Spiel aber trotzdem nett und
inzwischen versteh ich auch die Regeln. Die beste Unimannschaft sind allerdings
in York die Fussballer (Männer). Sie sind zur Zeit die Nummer Eins aller
kanadischen Unimannschaften (im Fussball natürlich).
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das Maskottchen |
Letztes Wochenende fand in Toronto der 100ste Greycup statt. Das ist ein
Pokalfinale im kanadischen Football. Es gab Festivals in der ganzen Stadt
und die ganze Woche war was los. Statt in die Stadt zu fahren habe ich aber
einfach ein paar Leute zu mir eingeladen und wir haben mit Chips und
Kartoffelsalat den Greycup im Fernsehen geschaut. Da die Jungs alle am
Lernen waren mussten wir Mädels die Regeln selber rausfinden, aber nach 3 Stunden
Football hatten wir wenigstens die Grundregeln Verstanden. Es spielte Toronto
gegen Calgary und Toronto hat haushoch gewonnen. Der Spieler des Spiels war
sogar von unserer Uni. Football ist echt kompliziert aber es macht Spaß wenn
man die Regeln einigermaßen versteht und ich kann mir vorstellen, dass es noch
viel besser ist wen man die verschiedenen Spielzüge lesen kann.
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MAria und Fabian kämpfen mit dem Reispudding |
Diese Woche hab ich es sehr ruhig angehen lassen in der Uni, da Christian in
Vancouver war und ich nur ein paar Daten hatte und ein neues Programm um damit
rumzuspielen. Mittwochabend kam Julia vorbei und wir haben einen Monopolyabend
gemacht (meine neuste Anschaffung. Ich hab auch Trivial Pursiut gekauft, aber
das war leider in Französisch und jetzt muss ich es umtauschen.). Donnerstag
war ich dann bei Sidsel zum Abschieds- oder Weihnachtsessen eingeladen.
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aber alles aufessen |
Da
viele von meinen Freunden unter den internationalen Austauschstudenten Mitte
oder Ende Dezember heim fliegen wollten wir uns alle nochmal treffen.
Sidsel
hat dafür typisch dänische Weihnachtsgerichte gekocht. Neu für mich und sehr
gut war das sogenannte Apfelfleisch. Das ist gebackener Apfel mit Bacon. Hmm
das war sehr lecker.
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Apfelfleisch |
Heute werde ich mit Julia und Sidsel zusammen zum Weihnachtsmarkt gehen. JA
in Toronto gibt es einen Deutschen Weihnachtsmarkt mit Glühwein und allem was
man sich wünschen kann. Bin wirklich gespannt was es da so zu sehen gibt.
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auf dem Weihnachtsmarkt |
Nachtrag: Es ist schonwieder eine Wocher vergangen und ich hab es noch nicht geschafft den Post mit Fotos hochzuladen. Wie ihr seht nimmt ein Blogeintrag manchmal einfach zuviel Zeit in Anspruch. Vorallem die Fotos hochzuladen. Aber heute werde ich es endlich machen.
Sidsel und ich waren also auf dem Weihnachtsmarkt und haben uns nen Glühwein gegönnt. Es gibt sogar kleine Buden mit handgemachter Weihnachtsedeko und niederländischem und deutschem Weihnachtsgebäck. Aber wie erwartet reicht es nicht an deutschen Weihnachtmarkt ran. Vor allem weil es einfach nicht soviel Essen (vorallem nix Süßes ausser Waffeln und mit Schokolade überzogenener Bacon) gibt wie bei uns. Und die Bratwurst, die ich gegessen hab (hier Oktoberfest Sausage genannt) war in einem Hotdog Brötchen mit Sauerkraut. Haha ich denke die Allgemeinheit hier ist HotDogs einfach zu sehr gewöhnt.
So das wars jetzt erstmal. Wahrscheinlich werde ich erst im Januar wieder berichten von Weihnachten in den Bergen und Silvester in New York. Da wird es einiges zu berichten geben.
Einige Eindrücke vom Distillerie District.
Noch ein paar Bilder vom Helikopterausflug:
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John | |
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Sherryl |
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Cavalcade of Lights |
Ein kleiner Nachtrag zu Halloween und meinem Geburtstag
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Julia Monster |
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Billard |
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Chun-Soo und Julia |