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Sonntag, 9. Dezember 2012

November

November Downtown
unterwegs mit Julia
Unglaublich wie schnell die Zeit inzwischen vergeht. Schon wieder ist ein Monat vergangen seit meinem letzten Eintrag. Eine Woche nach meinem Geburtstag bin ich tatsächlich umgezogen. Ich wohne jetzt in einem Haus mit drei Stockwerken, in denen maximal 6 Leute wohnen werden. Bisher sind es aber nur George, Jerry und ich, die eingezogen sind. George gehört das Haus, er ist 26 und arbeitet bei einer Bank. Er hat das Haus denke ich als Investition gekauft. Jerry ist um die 40 und hat zwei Jobs. Deshalb ist er eigentlich nur zum Schlafen daheim. Da er im Keller wohnt und sein eigenes Bad und Küche hat, sehe ich ihn vielleicht einmal die Woche. 
super Wetter
Das gesamte Erdgeschoss besteht aus einer offenen Küche, die in ein großes  Wohnzimmer (noch nicht fertig eingerichtet, der Esstisch fehlt noch) mit riesen Couch und Fernseher übergeht. Außerdem gibt’s ein Gästeklo und eine kleine Ecke mit Frühstückstisch. Wie gesagt ist alles nagelneu und renoviert und mein Zimmer war sogar möbliert mit Bett Tisch und Regal. Ich hab, abgesehen von George, das größte Zimmer im Haus und vor allem den größten Einbauschrank. Den brauche ich auch, denn da kann ich perfekt meine Koffer drin verschwinden lassen. Für den Umzug hatte ich mir für einige Stunden ein Auto gemietet und innerhalb von einer Stunde hatten Sidsel und ich alle meine Sachen von der alten zu neuen Wohnung gebracht.

un ein sehr schöner Sonnenuntergang
Ich hab mich hier beim Carsharing angemeldet und jetzt kann ich mir ein Auto stundenweise mieten. Da an der Uni gleich zwei Mietstationen von Zipcar (so heißt die Firma) sind, ist fast immer auch kurzfristig ein Auto frei. Das System ist ganz einfach und wenn ich das Auto doch länger brauche als geplant schicke ich einfach eine SMS um die Mietzeit zu verlängern. Um mich bei Zipcar anzumelden musste ich mir allerdings einen kanadischen Führerschein besorgen. Das war mal wieder ein längerer Prozess, denn ich musste zunächst zum deutschen Konsulat um mir eine Übersetzung meines Führerscheins zu holen (der international Führerschein bringt hier irgendwie gar nix) und erst dann konnte ich bei der Führerscheinstelle meinen deutschen Führerschein gegen einen kanadischen eintauschen. Ja tatsächlich eintauschen, denn mein  deutscher Führerschein wird nach Deutschland zurück geschickt und ich kann ihn dann in Deutschland wieder gegen den Kanadischen eintauschen. Dabei der größte Nachteil: es gibt keine Übereinkunft mit Deutschland, was den Motorradführerschein angeht, also bin ich jetzt nur befugt Auto zu fahren. 
Für eine Motorrad Lizenz muss ich hier nochmal die Fahrprüfungen ablegen. Dennoch war es das wert, denn ich hab jetzt schon öfter Zipcar genutzt. Manchmal ist es einfach zu kompliziert irgendwo mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinzufahren. An dem Sonntag an dem ich Umgezogen bin, haben wir auch gleich die Gelegenheit genutzt und sind zu Ikea gefahren. da hab ich mir dann noch eine Kommode und einen kleinen Tische für mein Zimmer gekauft.
Ich bin sehr glücklich über mein neues Zimmer, denn jetzt hab ich wirklich Platz und außer mir benutzt quasi niemand die Küche (zumindest bisher). Außerdem kann ich auch endlich Freunde zu mir einladen und es ist genug Platz für Übernachtungsgäste. Ich wohne jetzt direkt am Supermarkt und habe gleich festgestellt, dass ich mein Einkäufe überhaupt nicht mehr plane sondern einfach schnell das hole was ich brauche, wenn es mir einfällt. In Kanada haben die Läden auch sonntags auf, also muss ich noch nicht mal das beachten.
                                                                                                                      
2 echte Oscars
Am Samstag vor meinen Umzug habe ich mir zusammen mit Jakob, Nora und Lisa (einer Freundin von Nora die in Rochester wohnt also auf der amerikanischen Seite vom Ontario See) die James Bond Ausstellung angehen. Die Ausstellung ist Teil des internationalen Filmfestivals in Toronto und zu Ehren des 50jährigen James Bond Jubiläums. Wir hatten sogar eine Führung und konnten somit einige Requisiten aus diversen James Bond Filmen bestaunen. Am besten fand ich die Q Abteilung in der man die ganzen Gadgets bewundern konnte die James Bond benutze. Und vor allem wie manche Ideen 30 Jahre später tatsächlich in die Tat umgesetzt wurden (z. B. bei Telefonen und Uhren). Leider war es nicht erlaubt Fotos zu machen.
mit Nora, Jakob und Lisa Dim Sum essen
Nach der Ausstellung sind wir nach Chinatown gezogen um Mittagessen zu gehen und wir haben das perfekte Dim Sum Restaurant gefunden. Haha das Mittagessen war wirklich ein Erlebnis. Wir bekamen einen Tisch zugewiesen und einen  Zettel auf dem alle Gerichte standen. Dim Sumsind kleine Spezialitäten die man Querbet bestellt wie es einem Gefällt und deren Preis jeweils zwischen 3 und 5 Dollar lag. Wir haben einfach mal losgelegt alles bestellt was sich gut anhörte und einiges das wir nicht kannten. Unter anderem auch Hühnerfüße süßsauer, verschiedene Dumplings, Tintenfisch, Rindfleisch, Reis, also alles Querbeet.
Hühnerfüße
Woow und es war letztendlich natürlich viel zu viel. Aber die Hühnerfüße waren gar nicht schlecht, eigentlich wie nur die Haut von nem Huhn, und der gebackene Tintenfisch sowie die Sesambällchen waren das Highlight. Zum platzen voll sind wir dann weiter gezogen und einmal quer durch die Innenstadt, vorbei am Dundas Square, zum Distillerie District gelaufen. Dieses Viertel ist auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei und besteht deshalb aus alten Fabrikgebäuden aus Backstein. Hier gibt es Viele Galerien und Läden, einen Chocolatier und natürlich eine Brauerei. 

Distillerie District
Bier Proben
Natürlich sind wir in der Brauerei gelandet und haben’s uns nicht nehmen lassen einmal rund durch die komplette Bierpalette zu bestellen. Praktischerweise gibt es extra Probierportionen und somit bekam jeder seine eigene Auswahl von 4 Biersorten. Der Distillerie District gefällt mir wirklich gut und erst 3 Tage vorher war ich mit Julia dort gewesen, weil das Wetter so gut war und wir Lust auf einen Ausflug hatten. Der Weihnachtsmarkt ist auch auf diesem Gelände und deshalb stand schon der Baum und einige Lichter waren schon an. Abends war ich dann mal wieder bei Sidsel zum Essen eingeladen und zusammen mit Maria und Ivana hatten wir einen netten Mädelsabend.
Tour über die Skyline von Toronto
Die Woche nach meinem Umzug war ich die meiste Zeit im Büro, da ich einen Vortrag bei einem Symposium in der Uni vorbereiten musste. Da Christian in der Woche in Italien war, musste bis Mittwoch der Großteil der Präsentation fertig sein, damit er vor Freitag noch mal drüber schauen konnte. John teilte mir außerdem mittwochs mit, dass wir den Testflug mit dem Helikopter auch am Freitag machen würden. Das war etwas ungünstiges Timing, da das Symposium auch am Freitag stattfand. Ich war wirklich nervös wegen des Vortrags, weil das der erste war, den ich in Englisch halten musste und ich Angst hatte, dass mir irgendwann die richtigen Worte fehlen würden. Christian wollte, dass ich bei dem Symposium unsere Arbeitsgruppe und die Pläne für meine Doktorarbeit vorstelle. 
Landung mit dem Bird
Folglich ging es also um die Bedeutung von Meereis und Meereisdickenmessungen in der Arktis und elektromagnetischen Messungen des Meereises aus der Luft. Vielleicht mache ich mal einen Blogeintrag nur über mein Doktorarbeitsthema. 
Zum Glück hatte ich die vergangenen Monate  so viel über Meereis gelesen, dass ich mich einigermaßen sicher fühlte alle Möglichen Fragen beantworten zu können. Dementsprechend ist der Vortrag dann auch gut gelaufen und ich bin direkt danach zum Helikopterflugplatz gefahren.
ich durfte vorne sitzen
Der Flugplatz ist eine halbe Stunde von der Uni entfernt und die Firma macht überwiegend Sightseeing und Lehrflüge. Als ich ankam empfing mich Sherryl (Johns Frau) und erklärte mir, dass John bereits mit dem Helikopter unterwegs wäre, und dass der Pilot aus Versicherungsgründen sowieso nur John hatte mit an Bord nehmen wollen. Nach kurzer Zeit sahen wir auch den Helikopter zurück kommen und so konnte ich wenigstens die Landung des Birds mitverfolgen. Der Testflug war erfolgreich gewesen und alles hatte funktioniert. Nachdem ich John geholfen hatte den Bird vom Helikopter abzukoppeln rückte er mit einer großen Überraschung raus. Da alles so gut geklappt hatte und sie nur eine halbe Stunde für den Test gebraucht hatten, war eine halbe Stunde Flugzeit übrig und wir würden mit dem Helikopter eine Sightseeing Tour über die Skyline von Toronto machen. Also sind wir alle in den Helikopter (ich durfte vorne neben dem Piloten sitzen) und so hab ich doch noch meinen Helikopterflug gemacht. Sherryl meinte das wäre das erste mal, dass genug Zeit sei um bis zum CN Tower zu fliegen und dass sie das auch noch nie gemacht hätte. Wir haben also eine runde um den CN Tower gedreht und sind waren sogar so nah dran, dass man die Leute im Restaurant sitzen sehen konnte. 
Johns ganzer Stolz
Auf dem Rückweg sind wir direkt über meine Uni und mein Haus geflogen.
Gegen drei Uhr Nachmittags hatten wir den Bird dann schon wieder auseinander genommen und transportfertig ins Auto gepackt. Die Woche danach wurde er direkt nach Vancouver geschickt und letzte Woche waren John und Christian dort zusammen mit Kasu um Messungen zu machen.
Casa Loma
die Nationalhymne
Da ich ein Auto gemietet hatte um zum Flugplatz zu kommen, hatte ich also für den Rest des Tages ein Auto und Sidsel und ich haben dann spontan einen Nachmittagsausflug zur CASA LOMA gemacht. Casa Loma ist ein Schloss in Toronto, dass 1911-1914 als Wohnhaus von einem reichen Privatmann (Henry Pelallt) gebaut wurde. Die Architektur ist an mittelalterliche Schlösser in Europa angelehnt. Zu seiner Zeit war es die größte Privatresidenz Nordamerikas. Inzwischen gehört das Schloss der Stadt Toronto und ist als Museum eine der meistbesuchten Touristenattraktionen in Toronto. (Übrigens wurden einige Filme hier gedreht z. B.: X-Men, Chicago). Sidsel und ich haben uns nur das Gebäude von aussen angesehen, da der Eintritt uns etwas zu teuer war so kurz vor Schließzeit des Museums.
Ich war natürlich in einer super Stimmung dank eines erfolgreichen Tages und die hielt über das ganze Wochenende. Samstags hatten wir dank eines Programms für internationale Studenten günstige Tickets für ein Eishockey Spiel. Da die NHL (North American Hockeyleague) Spieler im Streik haben wir uns ein Spiel der Marlies angesehen. Das war super und vor allem gibt es keine strengen Platzkontrollen, sodass wir uns einfach im zweiten Drittel auf bessere Plätze gesetzt haben. 
Hockey ist wirklich relativ brutal und es gab sogar zwei richtige Prügeleien. Man hat allerdings das Gefühl, dass die Spieler es drauf anlegen, dass es zu so was kommt weil die Fans gerade deshalb das Spiel lieben. Abends sind wir dann noch zu Calvalcades Of Lights Show gegangen. Eine open Air Party vorm Rathaus zum entzünden der Lichter am Weihnachtsbaum. Es gab ein Riesen Feuerwerk und Open Air Konzert. Wir haben uns aber eigentlich nur das Feuerwerk angeschaut, da es einfach zu kalt war und nur Kanadier ein Freilichtkonzert bei Null Grad über mehrere Stunden aushalten.
Universitäts Hockey
Während der Woche haben wir uns dann noch ein Hockeyspiel der Unimannschaft angeschaut. Als Studenten der selben Universität haben wir freien Eintritt. Es war natürlich nicht ganz so toll wie das Marlies Spiel aber trotzdem nett und inzwischen versteh ich auch die Regeln. Die beste Unimannschaft sind allerdings in York die Fussballer (Männer). Sie sind zur Zeit die Nummer Eins aller kanadischen Unimannschaften (im Fussball natürlich).
das Maskottchen
Letztes Wochenende fand in Toronto der 100ste Greycup statt. Das ist ein Pokalfinale im kanadischen Football. Es gab Festivals in der  ganzen Stadt und die ganze Woche war was los. Statt in die Stadt zu fahren habe ich aber einfach ein paar Leute zu mir eingeladen und wir haben mit Chips und Kartoffelsalat den Greycup im Fernsehen geschaut.  Da die Jungs alle am Lernen waren mussten wir Mädels die Regeln selber rausfinden, aber nach 3 Stunden Football hatten wir wenigstens die Grundregeln Verstanden. Es spielte Toronto gegen Calgary und Toronto hat haushoch gewonnen. Der Spieler des Spiels war sogar von unserer Uni. Football ist echt kompliziert aber es macht Spaß wenn man die Regeln einigermaßen versteht und ich kann mir vorstellen, dass es noch viel besser ist wen man die verschiedenen Spielzüge lesen kann.
MAria und Fabian kämpfen mit dem Reispudding
Diese Woche hab ich es sehr ruhig angehen lassen in der Uni, da Christian in Vancouver war und ich nur ein paar Daten hatte und ein neues Programm um damit rumzuspielen. Mittwochabend kam Julia vorbei und wir haben einen Monopolyabend gemacht (meine neuste Anschaffung. Ich hab auch Trivial Pursiut gekauft, aber das war leider in Französisch und jetzt muss ich es umtauschen.). Donnerstag war ich dann bei Sidsel zum Abschieds- oder Weihnachtsessen eingeladen. 
aber alles aufessen
Da viele von meinen Freunden unter den internationalen Austauschstudenten Mitte oder Ende Dezember heim fliegen wollten wir uns alle nochmal treffen. 
Sidsel hat dafür typisch dänische Weihnachtsgerichte gekocht. Neu für mich und sehr gut war das sogenannte Apfelfleisch. Das ist gebackener Apfel mit Bacon. Hmm das war sehr lecker.
Apfelfleisch
Heute werde ich mit Julia und Sidsel zusammen zum Weihnachtsmarkt gehen. JA in Toronto gibt es einen Deutschen Weihnachtsmarkt mit Glühwein und allem was man sich wünschen kann. Bin wirklich gespannt was es da so zu sehen gibt.


auf dem Weihnachtsmarkt
Nachtrag: Es ist schonwieder eine Wocher vergangen und ich hab es noch nicht geschafft den Post mit Fotos hochzuladen. Wie ihr seht nimmt ein Blogeintrag manchmal einfach zuviel Zeit in Anspruch. Vorallem die Fotos hochzuladen. Aber heute werde ich es endlich machen.
Sidsel und ich waren also auf dem Weihnachtsmarkt und haben uns nen Glühwein gegönnt. Es gibt sogar kleine Buden mit handgemachter Weihnachtsedeko und niederländischem und deutschem Weihnachtsgebäck. Aber wie erwartet reicht es nicht an deutschen Weihnachtmarkt ran. Vor allem weil es einfach nicht soviel Essen (vorallem nix Süßes ausser Waffeln und mit Schokolade überzogenener Bacon) gibt wie bei uns. Und die Bratwurst, die ich gegessen hab (hier Oktoberfest Sausage genannt) war in einem Hotdog Brötchen mit Sauerkraut. Haha ich denke die Allgemeinheit hier ist HotDogs einfach zu sehr gewöhnt. 
So das wars jetzt erstmal. Wahrscheinlich werde ich erst im Januar wieder berichten von Weihnachten in den Bergen und Silvester in New York. Da wird es einiges zu berichten geben.

Einige Eindrücke vom Distillerie District.










Noch ein paar Bilder vom Helikopterausflug:





John
Sherryl


Cavalcade of Lights

Ein kleiner Nachtrag zu Halloween und meinem Geburtstag
Julia Monster

Billard

Chun-Soo und Julia

Montag, 5. November 2012

Thanksgiving


Dundas Square
Oh jee ich hab lange nicht geschrieben. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen ich hatte einfach nie wirklich Zeit, denn einen Blog Eintrag zu schreiben nimmt immer einige Stunden in Anspruch. Andererseits ist es aber auch nicht so einfach über Alltägliches zu berichten, wenn keine besonderen Vorkommnisse sind. In Zukunft werde ich wahrscheinlich nur einmal im Monat schreiben. Für alle, die nicht nachschauen wollen obs was Neues gibt und kein Facebook haben: links oben auf dieser Seite gibt es die Möglichkeit eine EMail zu erhalten wenn ich wieder was poste (Follow by Email). 
Pie! ein tolles Foto von Maria
Thanksgiving
So nun aber wieder zurück zu den Geschehnissen des vergangenen Monats. Thanksgiving ist in Kanada am zweiten Montag im Oktober und somit haben auch wir am 8. Oktober Thanksgiving gefeiert. Sidsel hat dafür ihr Bachelorappartment zur Verfügung gestellt und Rasmus, Maria, Jacob, Sidsel und ich haben jeweils was zum Essen beigetragen. Die Hauptlast lag dabei auf Sidsel und Rasmus, die einen fast 20 kg scheren Truthahn zubereitet haben sowie ein Reisgericht mit Cashewkernen und Cranberries und außerdem noch Kartoffelpüree mit gebratenen Pilzen und Bacon. Jakob und ich haben jeweils zwei Pies gebacken. Er Minced Meat Pumpkin Pies und ich Pecan Pies. Der Abend war super auch wenn es mit 18 Leuten in Sidsels Wohnung etwas eng wurde. Vom Truthahn blieb genug übrig um am nächsten Tag im kleinen Kreis noch mal ein Reste Essen zu veranstalten.

Nachtleben mit Maria, Sidsel und Ivana
Wie schon angedeutet sind wir inzwischen eine kleine eingeschworene Gruppe mit der ich auch an den Wochenende immer was unternehmen kann und abends weggehen. Wenn wir Freitags oder Samstags in einen Club wollen ist es schon fast Tradition vorher in Rhinos Bar and Grill auf der Queensstreet West noch was zu trinken und gegen 23 Uhr in einen Club zu ziehen. Davon gibt’s viele entlang der Queensstreet und es ist für jeden Geschmack was dabei. Während der Woche treffen wir uns aber auch mal gerne auf ein Bier bei Maria oder Sidsel und schmieden Pläne fürs Wochenende oder Weihnachten.
Rasmus beim Electro


Sidsel, Maria, Ivana, Melissa und ich werden über Neujahr für 10 Tage nach New York fahren. Wir haben ein Appartment gemietet und da wir einige andere internationale Studenten kennen, die Über Silvester in New York sein werden könnten wir unsere eigene Silvester Party veranstalten.

Oktoberfest mit Julia
Vorletzte Woche war ich auf eine Oktoberfest Mottoparty eingeladen. Fabian und Petra gehen auch auf meine Uni, wohnen aber in der Stadt und ihr ganzes Haus hat diese Party veranstaltet. Wow ich hab noch nie so viele Deutsche auf einem Haufen in Torotno gesehen. Als wir gegen 23:30 nach einem aufwärm Bierchen im Pub beim Haus ankamen waren von ca 40 Gästen 15 Leute deutsche. Die Kanadier scheinen bisher immer in der Unterzahl zu sein, aber das liegt vielleicht auch an dem Kreis von internationalen Studenten. Die meisten Anwesenden waren also Europäer. Um den Motto gerecht zu werden hab ich mir sogar extra ein 0.5l Bierglas gekauft (Pint Gläser sind ja nur 0.4) und extra Weißbier besorgt.
Kwei, John und Christian mit dem neuen Bird
Leider fand die Party an einem Donnerstag statt (Freitags haben die meisten Studenten keine Kurse weshalb Donnerstag ein beliebter Ausgehtag ist) und die Tatsache, dass ich dank Taxi kurz nach 4 Uhr morgens daheim war machte mir am Freitag noch etwas zu schaffen. Mein Prof Christian hatte nämlich während der Woche 4 Besucher und am Freitag erwarteten wir John seinen Techniker und einen japanischen Wissenschaftler (Kasu), der sich seinen neuen EM-Bird anschauen wollte. Ich musste also um 10 Uhr wieder putzmunter in der Uni stehen und unseren Gästen hallo sagen. 
Kwei war wirklich begeistert
Zum Glück war Kasu so glücklich über seinen neuen Bird, dass keinem auffiel wie müde ich war. John hat den Bird für ihn gebaut und Kasu möchte gerne, dass Christian ihn mit ihm testet und ihm zeigt wie alles geht. Das ist ein großer Vorteil für mich, denn ich darf mit dem Bird im November Helikopter Testflüge machen im Februar für Testmessungen mit nach James Bay kommen. Dieser Freitag war wirklich super anstrengend gewesen, denn unabhängig vom Besuch musste ich einen Brief für den Antrag eines Reisestipendiums verfassen. Im April nächsten Jahres werde ich für 3 Wochen in die Arktis reisen. Nach Resolute Bay und dann weiter nach Alert. Da die Reisekosten ziemlich hoch sind helfen alle zusätzlichen Gelder die ich kriegen kann. Freitag war ich also direkt mal bis 7Uhr abends im Büro. Inzwischen hab ich aber wenigstens das Gefühl, dass ich wirklich arbeite, auch dank meines neuen Computers, und fühle mich super wohl mit meinen Büronachbarn. 

Herbst in Toronto
Am Samstag war ich zusammen mit John, seiner Frau und Kasu bei Christians Familie zum Essen eingeladen. Christians Frau hat Pizza gebacken worüber sich vor allem Christians Kinder (2 Töchter 18 und 15 Jahre und 1 Sohn 10 Jahre) gefreut haben. Das war eine sehr nette Runde, vor allem da ich mich auch so gut mit John und seiner Frau verstehe, die mich später bei der UBahn rausgelassen haben. Ich bin dann mal wieder in die Stadt zum Rhinos gefahren um mich mit den andern zu treffen. War aber von Donnerstag noch viel zu müde und bin dann bald heim. Die Stadt brodelte schon vor lauter Halloween Stimmung, denn das Wochenende vor Halloween wird zumindest von den feiernden Massen genauso zelebriert wie Halloween selber. 

Queensstreet
Sonntag hatte Anna, die ich vom Studium aus Frankfurt kenne, einen stop-over am Pearson International Airport. Die Zeit hat grade gereicht um mit ihr für eine Stunde die Gegend rund um Kensington Market zu besuchen. Trotzdem war es sehr nett und interessant zu hören wie es ihr so ergeht. Anna ist für ihren Master nach Bremen gezogen und macht inzwischen ihre Doktorarbeit in Zürich. Anscheinend sind in der Schweiz die Mietpreise noch höher als in Toronto so, dass sie sich auch mit einem kleinen Zimmer begnügen muss. Da geht’s mir hier doch etwas besser.

Halloween mit Shah (links) und Amy (rechts)
Mittwoch war dann tatsächlich Halloween und dank Julia, die mir das Kostüm besorgt hat hab ich mich an dem Abend als Pirat unter die Leute gemischt. Gestartet hab ich den Abend mit der Halloween Party in meinem Institut gegen halb 7. Später sind wir mit ca 10 Leuten weiter in den nächst gelegenen Pub gezogen. 
ab in den Pub
Da es ja Mittwoch war sind aber alle so gegen 22 Uhr heim gegangen. Ich wollte aber den angefangenen Abend noch nicht beenden und bin mit Julia und ihren Freunden noch zur Chuchstreet Parade gefahren. Die Churchstreet liegt im Gay-Viertel von Toronto und wird an Halloween von verkleideten Heerscharen bevölkert. UH da gabs so einiges zu sehen und vor allem als Frauen verkeidete Männer haha. Sind dann später auch in einen der Clubs an der Straße. 

PAKETE
Am Freitag war mein Geburtstag. Vielen Dank für die ganzen Glückwünsche und Paket und Briefe. Die Vorfreude war schon unerträglich geworden weil im Laufe der Woche die Pakete angekommen waren, aber ich habs ausgehalten und dann Freitag morgen genüsslich eins nach dem andern ausgepackt. Danke für Unmengen an deutscher Schokolade (hier ist Schokolade einfach zu süß), Plätzchen, Sauerteig Ansatz und Hefe zum backen und Fotos. Im Büro gings dann weiter mit Duschgel von Amy und einer netten Frühstücksüberraschung mit Kakao mit Gebäck von Ivana und Zizi. Julia hat mir Cocktailgläser geschenkt damit wir endlich ordentlich Martini trinken können. Abends hatte ich zusammen mit Sofia, die einen Tag vor mir Geburtstag hatte, unsere Freunde in einen Pub eingeladen. Gegen 24 Uhr war aber Schluss vor allem weil ich zusammen mit Pablo, Jakob, Rasmus und Ivana am Samstag einen Ausflug geplant hatte. 
Ivana, Rasmus und Pablo konnten dem Essen nicht wiederstehn
Samstagmorgen bin ich also früh aufgestanden um den Mietwagen zu holen und kurz nach 8 hab ich dann alle anderen eingesammelt. HAHA das ging natürlich mal wieder nicht ganz reibungslos über die Bühne, denn Ivana hatte trotzdem verschlafen. Ursprünglich wollten wir am Samstag nach Ottawa fahren aber da es dorthin 5Stunden fahrt sind und wir das Auto nur einen Tag hatten sind wir stattdessen auf meinen Vorschlag hin lieber durch Südontario gefahren. Erster Stop war St. Jacobs (früher Jacobsstettel) ein kleiner Ort in Mitten von Mennonite Country (1200 einwohner). 
Farmers Market St. Jacob
Die Mennoniten sind geschichtlich eng mit den Amish verbunden und die Geschichte der hier lebenden Monnenoniten lässt sich auf die deutsch – schweizerische Region bis 1520 zurück verfolgen. In ST, Jacobs waren wir beim Farmers Market und an manchen Ständen waren Mennoniten in ihren Trachten zu sehen (sehen so aus wie Amish). Auf der Straße haben wir auch eine ihrer Kutschen gesehen und es gibt Straßenschilder welche Spuren für die Kutschen ausweisen.
Von St. Jacobs sind wir weiter gefahren nach Stratford. Auf dem Weg nach Stratford konnten wir das Farmland der Mennoniten und endlos viele kleinen Farmen sehen. In der Umgebung gibt es viele kleine Orte mit Deutschen Namen wie Heidelberg, Baden und New Hamburg. 
mit Pabl und Ivana in Stratford
Stratford ist ein 30000 Einwohner Städtchen, das mit seinen vielen Parks und Stadthäusern aus dem 19. Jahrhundert einen britischen Charme hat. Eigentlich ist es bekannt für sein Shakespeare Festival aber das ist leider im Sommer. Wir haben uns also mit einem kleinen Rundgang durch die Innenstadt und dem nächstgelegenen Park begnügt. 
die klassische Cola
Da Jacob und ich nicht auf dem Farmers Market gegessen hatten mussten wir uns was zum Mittagessen suchen. HAHA wie entschieden uns für einen Laden der den anderen die Haare zu berge stehen ließ. Es war niemand drin und die Lichter aus, aber da es so einen Flair hatte wie ein Kaffe der 50ger Jahre (mit Tischen und Bänken die fest montiert sind entlang einer Reihe. Es passen immer nur 4 Leute an einen Tisch) wollte ich einfach sehen ob es offen ist. Es begrüßte uns ein altes Ehepaar. 

Lake Huron
Beide konnten kaum noch was hören und die Frau, die uns bediente, hatte vielleicht noch 4 Zähne. Jacob und ich haben aber mutig eine Cola und Fish and Chips bestellt. Fish and Chips wurden dann komplett frisch zubereitet und die Chips bestanden aus frisch frittierten kleingeschnittenen Kartoffeln. Über das Essen kann man also nicht meckern aber trotzdem war es ein Erlebnis denn ich denke dass quasi nie jemand dort überhaupt noch reingeht. 
zu kalt um durch die Pinienwälder und Dünen zu wandern
Irgendwie hatte es etwas Bedrückendes denn vor 50 Jahren war das bestimmt mal ein beliebter Treffpunkt. Wären wir nicht zu nett, hätten wir sogar mit Gewinn aus dem Laden wieder rausgehen können denn beim Bezahlen gab die Wirtin Jacob 17 Dollar mehr zurück als er ihr gegeben hatte.
Von Stratford sind wir dann weiter gefahren an den Lake Huron im Ferien Ort Grand Bend. Leider war das Wetter inzwischen sehr schlecht und es regnete in Strömen. Trotzdem wagten wir uns aus dem Auto zum Strand und als die Sonne durch die Wolken brach wurden wir mit einem Regenbogen belohnt. Wir haben es aber nicht sehr lange ausgehalten, da es inzwischen auf 2°C abgekühlt war. Nächster und damit letzter Stop für den Tag war die Stadt London. Hier sind wir noch etwas durch die Innenstadt getingelt haben und nach  dem Essen sind wir dann wieder zurück nach Toronto gefahren. 
London bei Sonnenuntergang

Es war ein sehr schöner Ausflugstag und wirklich mal nötig die Umgebung von Toronto zu erkunden. Da ich über 25 bin konnten wir uns das Auto für 50 Dollar am Tag mieten und im Endeffekt mit Benzin kommen wir für den Ausflug auf ca 25 Dollar pro Person. Ein Auto zu mieten lohnt sich also wirklich im Vergleich zu öffentlichen Verkehrsmitteln, vor allem wenn man in der Gruppe unterwegs ist. 

unser Ford Fusion Power trotz Atomatic
 
Heute ist Sonntag und ich habe endlich mal nix vor und gammele einfach nur in meinem Zimmer. Letzte Woche habe ich mir ein Zimmer in einem neu renovierten Haus hier in der Nähe angesehen und vorhin kam der Anruf, dass ich einziehen kann. Das heißt ich werde Mitte November umziehen und dann ein Haus mit 5 Leuten teilen. Das ist super vor allem weil ich dann endlich auch ein Wohnzimmer haben werde und somit Platz um Besuch zu bekommen. Außerdem wird mein Zimmer größer sein und die Küche und das Bad, überhaupt alles inklusive der Möbel ist nagelneu.
  


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das Eaton Centre

Blick in den Financial District

der Park bei meiner neuen Wohnung

Herbst in Toronto

kleine Fotosession in Stratford

immernoch in Stratford

wir haben hier ziemlich viele Fotos gemacht

GRand Bend Beach am Lake Huron

ach ja hab ne neuen Haarschnitt

bei einem Treffen mit internationalen Studenten haben wir Lara und ich mit unserem Kürbis nen Preis gewonnen

Thanksgiving

wir waren 18 Leute !!

Sidsel in ihrer Küche

ich bin hinterher fast geplatzt so voll war ich

mit Ivana und Sofia