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Montag, 8. Oktober 2012

Algonquin Provincial Park

mit Sidsel, Maria, Rasmus und Ivana in der Warteschlange
Wonderland
Wie angkündigt bin ich am Sonntag zusammen mit Sidsel (wird ausgesprochen wie Sissel), Maria, Ivana, Nora und Rasmus zum kanadischen Wonderland, ein Erlebnispark, gefahren.
hier hab ich doch mal ausgesetzt
Rasmus ganz cool
Es war ein bewölkter Tag mit ab und zu etwas Nieselregen und somit war der Park nicht besonders voll. Das haben wir natürlich genutzt und konnten dank nicht allzu langer Wartezeiten endlos viele Achterbahnen und andere Fahrgeschäfte fahren. Wonderland ist der größte Erlebnispark in Kanada und hat eine Unmenge von Achterbahnen. Demzufolge sind wir fast den ganzen Tag nur Achterbahn gefahren, um alle auszuprobieren Es gibt sogar eine in der man steht während der Fahrt und in einer anderen liegt man auf dem Bauch mit dem Kopf nach vorne. Huii am späten Nachmittag sind wir heim, da uns allen schon etwas schummrig war von der vielen Fahrerei. Trotz nicht besonders gutem Wetter war es ein super Ausflug mit der perfekten Gruppe, da fast nie jemand gekniffen hat.






Ankunft im Algonquin Park
Am Montag haben wir uns dann erneut getroffen um unseren Ausflug in den Algonquin Park zu planen. Viele der internationalen Studenten hier sind nur für ein oder zwei Semester in Kanada und demzufolge versuchen sie soviel wie möglich vom Land zu sehen. Demzufolge mussten wir also in den Algonquin Park, weil Ende Oktober die Saison vorbei ist. Außerdem ist die Zeit perfekt um die Schönheit des Indian Summers (Herbst in Kanada wenn sich die Ahornbäume rot färben) zu sehen. Ivana hatte durch Zufall einen Tip bekommen für einen Guide, der Ausflüge für kleine Gruppen von bis zu 11 Personen anbietet. Und somit sind wir Freitag morgen früh aufgestanden und in den Algonquin Psrk gefahren. Baz, unser Guide, hat uns morgens um 8 Uhr direkt am Campus abgeholt und nach 3 Stunden waren wir im Park.
Baz erklärt die Basics und danach ab in die Kanus
 Am See war einiges los und wir konnten viele andere Paddler sehen. Im Sommer ist hier Hochsaison und es sind so viele Paddler unterwegs, dass es an engen Passagen (manchmal muss man das Kanu auch tragen um weiter zu kommen) zu Stau kommen kann.
Maria, Ivana und Sophia in ihrem Kanu

Im Park hieß es dann umziehen, das Gepäck einschließlich Schlafsäcken, Zelten und Essen in die Kanus laden und lospaddeln. Ich hätte nie gedacht dass soviel Zeug in Kanu passt. Am See war einiges los und wir konnten viele andere Paddler sehen. Im Sommer ist hier Hochsaison und es sind so viele Paddler unterwegs, dass es an engen Passagen (manchmal muss man das Kanu auch tragen um weiter zu kommen) zu Stau kommen kann.

Am Einstieg war also einiges los, aber sobald wir weiter draußen waren hat sich das in der Weite des Sees verloren. Freitag war perfektes Wetter und wir hatten ein super Paddeltour bis zu unserem Campingplatz. Achso ein Campingplatz mitten im Park bedeutet übrigens nur eine ausgewiesene Stelle an der man sein Zelt aufschlagen kann und in deren Nähe es ein Plumpsklo gibt. Das Plumpsklo (hier Thunder Box genannt) ist eigentlich nur eine Holzkiste mit einem Loch und einer Grube unten drunter.
Die Seen sind endlos und besonders schön bei Sonnenschein
ich war mit Sidsel in einem Kanu

Auf dem Weg zu unserem Campingplatz gibt es eine sogenannte Portage, wo man das Kanu über einige Meter tragen muss. Also das ganze Gepäcke raus, Kanu tragen und das ganze Gepäck wieder rein. Sidsel (mit der ich mir ein Kanu teilte) und ich haben vorallem die Künste der Kanadier bewundert ein Kanu zu tragen. Sie nehmen es einfach über Kopf und dann heißt es ausbalancieren. Ich hab das natürlich auch versucht, konnte das Kanu dann aber nur mit Pablo und Chun-soo zusammen tragen. Das Ausbalancieren ist echt nicht so ohne haha. Einaml am Campingplatz angekommen haben wir dann den Rest des Tages damit verbracht die Zelte aufzubauen und Holz zu sammeln. Ivana und ich sind mit Beil uns Säge losgezogen und haben in der Nähe des Camps einen ganzen umgefallenen Baum zerlegt (der war allerding nur etwa so dick wie ein Oberarm). Maria und Jakob sind gleichzeitig mit dem Kanu losgezogen um totes Holz direkt vom Ufer des Sees zu sammeln. Wir hatten am Ende genug Holz für den ganzen Abend.

Abendnebel überm See
Algonquin ist wirklich wunderschön und der Sonnen untergang war einfach nur traumhaft. Bei totaler Dunkelheit sind wir dann auch nochmal mit den Kanus raus auf den See gefahren um die Sterne zu sehen. Baz hat uns zum Abendessen Spaghetti Bolognese gekocht und wir haben ordentlich reingehauen. Alle Essensreste werden nämlich nach dem Essen direkt entsorgt (im Wasser warteten Katzenwelze schon auf die Reste) damit keine Bären oder anderen Tiere angelockt werden. Alle Snacks und getränke mussten wir ca 30m entfernt von den Zelten in Boxen packen, damit falls ein Bär auftaucht er kein Interesse an den Zelten hat.


bei Windstille ist das Wasser unglaublich still
Später am Abend als Mitternachstsnack haben wir dan noch Lachs und Würstchen über dem Feuer gegrillt. Baz hatte sich anscheinend vorgenommen uns mit viel Essen bei guter Laune zu halten, denn zum Frühstück gab es Rührei und Bratkartoffeln mit Kakao, Tee oder Kaffe. Das war aber auch nötig, denn nahcts waren es nur knapp über Null Grad und einige von uns waren richtig durchgefroren.
Lagerfeuer Stimmung
Morgens war es im Park besonders schön. Der Nebel über dem Wasser sorgt für eine einzigartige Atmosphäre. Ich war als erstes wach und könnte sogar den Sonnenaufgang sehen. Zu der Zeit ist es sehr Still im Park und vorallem bei uns, da Baz extra mehrer Campingplätze reserviert hat damit niemand in unserer Nähe übernachtet.
die Bieber haben sich von uns überhaupt nicht stören lassen

Nach dem Frühstück sind wir wieder in die Kanus mit dem Ziel an einer bestimmten Stelle Bieber zu beobachten. Wau und wir haben wirklich welche gesehen. In der Umgebung der Bieber ist das Wasser total flach und überall sind abgefressene Bäume und Äste im Wasser. Baz erklärte uns, dass wenn der Wasserstand zu niedrig ist man laufen muss und es nicht möglich ist sie mit dem Kanu zu erreichen. In der Bieber Gegend haben wir dann auch wieder Holz besorgt und spezielle Steine um eine Sauna zu bauen. Wir haben wirklich unmengen von Holz in die Kanus geladen. Dabei hatten wir einen kleinen Beobachter. Ein freches Backenhörnchen das scharf war auf Snacks, wie Kekse oder Chips. Pablo und Alex waren etwas zu mutig und wurden beim Füttern gebissen. Das Backenhörnchen war aber auch enfach zu süß.

das freche Backenhörnchen
Zurück im Camp haben wir dann das gesammelte Holz in kleine Stücken für unser Lagerfeuer zersägt. Baz hat ein riesiges Feuer entfacht und in der Mitte in einem Metallkorb lagen die Steine für die Sauna.
Die Sauna ist eigentlich nur ein altes Zelt mit einem Loch im Boden und einer extra Plane oben drüber.
Vorbereitungen für das Lagerfeuer zum Erhitzen der Saunasteine
Sobald die Steine im Feuer richtig heiß waren, wurden sie auf eine Steinplatte gelegt und dann das Zelt drüber gestülpt. Im zelt haben wir uns alle um die Steine in der Mitte gruppiert und Baz hat Bademeister gespielt und die Steine mit Wasser übergossen. Die erste Runde war relativ kurz, da manche in unserer Gruppe noch nie in der Sauna waren und die Steine noch sehr heiß. Natürlich sind wir anschließend alle direkt in den See gesprungen um uns abzukühlen.
Kanu fahren bei Nacht und Nebel
Nach der Sauna waren wir alle total erledigt und haben die Zeit entweder Im Zelt oder am Feuer verbracht. Über das Lagerfeuer bei der Küche hatten Baz und Chun-soo eine große Plane gespannt, so dass es uns nicht ausmachte, dass es Nachmittags angefangen hatte zu regnen. Zum Abendessen gabs diesmal Steaks, Bratkartoffeln und Mais und dazu Elchspieße. JA wir wurden mal wieder gut versorgt.


Maria und Ivana

Gegen 24 Uhr als die meisten schon schliefen, hörten Sidsel, Maria und Ivana den Ruf eines Elches. Kurz darauf konnten sie Baz hören, der sich bei den Kanus rumtrieb. Er hatte die Nacht zuvor beim Küchenzelt einen gesehen und wollte nachsehen ob noch jemand wach war um mit ihm per Kanu Ausschau nach Elchen zu halten. Da Vollmond war meinte er, dass sie am Ufer gut zu sehen seien. Sidsel, Maria, Ivana und ich fanden das natürlich totla spannend und haben uns mit Baz auf 2 Kanus aufgeteilt um nach Elchen zu schauen. Für mich war das das Beste am ganzen Algonquin Park Trip. Nachts im Kanu zusammen mit Maria und Ivana auf den Fersen von Baz und Sisdel. Wir waren total leise und lauschten um zu hören aus welcher Richtung die Rufe des Elches kamen. Nach etwa einer Stunde waren wir uns sicher einen Elch ausgemacht zu haben. Wenn wir mit den Kanus ganz still ware und uns 1-2 m entfernt vom Ufer aufhielten könnten wir hören, wie es sich durchs Unterholz bewegte und dabei die Äste krachten. Wuhha einmal waren wir so nah am Ufer, dass Maria und ich etwas Angst bekamen weil wir es so laut hören konnten und Baz meinte männliche Elche haben keine Angst vor uns. Also sind wir lieber wieder etwas weiter weg gepaddelt. Nachdem wir eine weitere halbe Stunde gewartet hatten, dass der Elch ans Ufer kommt, haben wir aufgegeben. Wir waren total durchgefroren und müde. Dennoch war es eine tolle Nacht und ein unvergessliches Erlebnis.

Am Sonnatg haben wir dann unsere Zelte abgebaut alles wieder eingepackt und sind zurück zum Ausgangspunkt gepaddelt. Abends um 7 Uhr war ich dann wieder daheim und über glücklich über eine Dusche nach 3 Tagen draußen.
Morgennebel kurz vor Sonnenaufgang
Die vergangene woche drehte sich dann wieder alle sum die Uni. Ich bin inzwischen in ein anderes Büro gezogen, das ich mit 3 weiteren Leuten teile. Evan (Master), Shah(Master) und Amy (Postdoc) arbeiten für Mike Daly, einen Professor mit Schwerpunt in Weltraumforschung und Planetenerkundung. Amy und Evan entwickeln Teile für eine Asteroidenmission, die 2016 statfinden soll. Mike hat mir den Büroplatz bis Mitte Dezember angeboten, also solange bis sein neuer Doktorrand anfängt. In dem Büro zu sein ist wirklich super und hat mir viele neue Kontakte beschert. Shah hat mich direkt eingeladen seiner Fußballmannschaft beizutreten. Das hab ich letzten Mittwoch auch gemacht und einfach gleich mitgespielt. Es gibt uni-interne Ligen für Uniteams und da machen wir jetzt bei der unteren der zwei Klassen mit.
Heute ist Thanksgiving in Kanada und Sidsel hatte die grandiose Idee ein Thanksgiving Dinner für unseren Kreis aus internationalen Studenten zu veranstalten. Sie und Rasmus bereiten den Truthahn vor während Jakob und ich für die Verpflegung mit Pies zuständig sind. Inzwischen sind 18 Personen eingeladen. Ich denke das wird ne super Party heute abend, weshalb ich mich jetzt ans Pecan Pie backen mache. Leider ist der Ofen bei uns im Haus grade kaputt gegangen welhalb ich jetzt ne Lösung dafür finden muss. Bei nächsten mal also mehr über Thanksgiving in Kanada. 
Hier wieder einmal weitere Fotos von mein Algonquin Ausflug.


Der erste Eindruck vom Park


Wir waren mit 5 Kanus unterwegs


Pablo an der Portage. Hier mussten wir die Kanus tragen.




ein Haufen Gepäck


MAria und Jakob sammeln Holz mit dem Kanu





Sonnenuntergang


MAria und Sidsel am Feuer


Kanufahren nacht mit wirklich viel Nebel




kurz vor Sonnenaufgang



Sonnenaufgang. Als würde der Wald brennen


langsam verzieht sich der Nebel


Sophia in ihrem Schlechtwetter - Kanu - Outfit


Auf der Suche nach den Biebern.


Ein Bieberdamm stellte kein großes Hinderniss dar.


Bieberterritorium


Ivana konnte irgendwann nicht mehr sitzen und hat einfach im Stehen gepaddelt


Indian Summer. Die Bäume werden wirklich knall rot.


Die Bootsanlegestelle bei unserem Camp.





Jubel als wir endlich fertig waren mit Holzzersägen.


die Saunasteine


Das Saunazelt wird einfach über die Steine gestülpt.



Un nach der Sauna alle ab in den See


Alle lauschen Baz's Geschichten


STEAKS


Ivana und Hana


Morgennebel


Melissa


so tragen Kanadier ihre Kanus


Das Wetter am letzten Tag war nicht perfekt.


Das letzte Kanu aufladen und ab nach Hause.