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Sonntag, 9. Dezember 2012

November

November Downtown
unterwegs mit Julia
Unglaublich wie schnell die Zeit inzwischen vergeht. Schon wieder ist ein Monat vergangen seit meinem letzten Eintrag. Eine Woche nach meinem Geburtstag bin ich tatsächlich umgezogen. Ich wohne jetzt in einem Haus mit drei Stockwerken, in denen maximal 6 Leute wohnen werden. Bisher sind es aber nur George, Jerry und ich, die eingezogen sind. George gehört das Haus, er ist 26 und arbeitet bei einer Bank. Er hat das Haus denke ich als Investition gekauft. Jerry ist um die 40 und hat zwei Jobs. Deshalb ist er eigentlich nur zum Schlafen daheim. Da er im Keller wohnt und sein eigenes Bad und Küche hat, sehe ich ihn vielleicht einmal die Woche. 
super Wetter
Das gesamte Erdgeschoss besteht aus einer offenen Küche, die in ein großes  Wohnzimmer (noch nicht fertig eingerichtet, der Esstisch fehlt noch) mit riesen Couch und Fernseher übergeht. Außerdem gibt’s ein Gästeklo und eine kleine Ecke mit Frühstückstisch. Wie gesagt ist alles nagelneu und renoviert und mein Zimmer war sogar möbliert mit Bett Tisch und Regal. Ich hab, abgesehen von George, das größte Zimmer im Haus und vor allem den größten Einbauschrank. Den brauche ich auch, denn da kann ich perfekt meine Koffer drin verschwinden lassen. Für den Umzug hatte ich mir für einige Stunden ein Auto gemietet und innerhalb von einer Stunde hatten Sidsel und ich alle meine Sachen von der alten zu neuen Wohnung gebracht.

un ein sehr schöner Sonnenuntergang
Ich hab mich hier beim Carsharing angemeldet und jetzt kann ich mir ein Auto stundenweise mieten. Da an der Uni gleich zwei Mietstationen von Zipcar (so heißt die Firma) sind, ist fast immer auch kurzfristig ein Auto frei. Das System ist ganz einfach und wenn ich das Auto doch länger brauche als geplant schicke ich einfach eine SMS um die Mietzeit zu verlängern. Um mich bei Zipcar anzumelden musste ich mir allerdings einen kanadischen Führerschein besorgen. Das war mal wieder ein längerer Prozess, denn ich musste zunächst zum deutschen Konsulat um mir eine Übersetzung meines Führerscheins zu holen (der international Führerschein bringt hier irgendwie gar nix) und erst dann konnte ich bei der Führerscheinstelle meinen deutschen Führerschein gegen einen kanadischen eintauschen. Ja tatsächlich eintauschen, denn mein  deutscher Führerschein wird nach Deutschland zurück geschickt und ich kann ihn dann in Deutschland wieder gegen den Kanadischen eintauschen. Dabei der größte Nachteil: es gibt keine Übereinkunft mit Deutschland, was den Motorradführerschein angeht, also bin ich jetzt nur befugt Auto zu fahren. 
Für eine Motorrad Lizenz muss ich hier nochmal die Fahrprüfungen ablegen. Dennoch war es das wert, denn ich hab jetzt schon öfter Zipcar genutzt. Manchmal ist es einfach zu kompliziert irgendwo mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinzufahren. An dem Sonntag an dem ich Umgezogen bin, haben wir auch gleich die Gelegenheit genutzt und sind zu Ikea gefahren. da hab ich mir dann noch eine Kommode und einen kleinen Tische für mein Zimmer gekauft.
Ich bin sehr glücklich über mein neues Zimmer, denn jetzt hab ich wirklich Platz und außer mir benutzt quasi niemand die Küche (zumindest bisher). Außerdem kann ich auch endlich Freunde zu mir einladen und es ist genug Platz für Übernachtungsgäste. Ich wohne jetzt direkt am Supermarkt und habe gleich festgestellt, dass ich mein Einkäufe überhaupt nicht mehr plane sondern einfach schnell das hole was ich brauche, wenn es mir einfällt. In Kanada haben die Läden auch sonntags auf, also muss ich noch nicht mal das beachten.
                                                                                                                      
2 echte Oscars
Am Samstag vor meinen Umzug habe ich mir zusammen mit Jakob, Nora und Lisa (einer Freundin von Nora die in Rochester wohnt also auf der amerikanischen Seite vom Ontario See) die James Bond Ausstellung angehen. Die Ausstellung ist Teil des internationalen Filmfestivals in Toronto und zu Ehren des 50jährigen James Bond Jubiläums. Wir hatten sogar eine Führung und konnten somit einige Requisiten aus diversen James Bond Filmen bestaunen. Am besten fand ich die Q Abteilung in der man die ganzen Gadgets bewundern konnte die James Bond benutze. Und vor allem wie manche Ideen 30 Jahre später tatsächlich in die Tat umgesetzt wurden (z. B. bei Telefonen und Uhren). Leider war es nicht erlaubt Fotos zu machen.
mit Nora, Jakob und Lisa Dim Sum essen
Nach der Ausstellung sind wir nach Chinatown gezogen um Mittagessen zu gehen und wir haben das perfekte Dim Sum Restaurant gefunden. Haha das Mittagessen war wirklich ein Erlebnis. Wir bekamen einen Tisch zugewiesen und einen  Zettel auf dem alle Gerichte standen. Dim Sumsind kleine Spezialitäten die man Querbet bestellt wie es einem Gefällt und deren Preis jeweils zwischen 3 und 5 Dollar lag. Wir haben einfach mal losgelegt alles bestellt was sich gut anhörte und einiges das wir nicht kannten. Unter anderem auch Hühnerfüße süßsauer, verschiedene Dumplings, Tintenfisch, Rindfleisch, Reis, also alles Querbeet.
Hühnerfüße
Woow und es war letztendlich natürlich viel zu viel. Aber die Hühnerfüße waren gar nicht schlecht, eigentlich wie nur die Haut von nem Huhn, und der gebackene Tintenfisch sowie die Sesambällchen waren das Highlight. Zum platzen voll sind wir dann weiter gezogen und einmal quer durch die Innenstadt, vorbei am Dundas Square, zum Distillerie District gelaufen. Dieses Viertel ist auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei und besteht deshalb aus alten Fabrikgebäuden aus Backstein. Hier gibt es Viele Galerien und Läden, einen Chocolatier und natürlich eine Brauerei. 

Distillerie District
Bier Proben
Natürlich sind wir in der Brauerei gelandet und haben’s uns nicht nehmen lassen einmal rund durch die komplette Bierpalette zu bestellen. Praktischerweise gibt es extra Probierportionen und somit bekam jeder seine eigene Auswahl von 4 Biersorten. Der Distillerie District gefällt mir wirklich gut und erst 3 Tage vorher war ich mit Julia dort gewesen, weil das Wetter so gut war und wir Lust auf einen Ausflug hatten. Der Weihnachtsmarkt ist auch auf diesem Gelände und deshalb stand schon der Baum und einige Lichter waren schon an. Abends war ich dann mal wieder bei Sidsel zum Essen eingeladen und zusammen mit Maria und Ivana hatten wir einen netten Mädelsabend.
Tour über die Skyline von Toronto
Die Woche nach meinem Umzug war ich die meiste Zeit im Büro, da ich einen Vortrag bei einem Symposium in der Uni vorbereiten musste. Da Christian in der Woche in Italien war, musste bis Mittwoch der Großteil der Präsentation fertig sein, damit er vor Freitag noch mal drüber schauen konnte. John teilte mir außerdem mittwochs mit, dass wir den Testflug mit dem Helikopter auch am Freitag machen würden. Das war etwas ungünstiges Timing, da das Symposium auch am Freitag stattfand. Ich war wirklich nervös wegen des Vortrags, weil das der erste war, den ich in Englisch halten musste und ich Angst hatte, dass mir irgendwann die richtigen Worte fehlen würden. Christian wollte, dass ich bei dem Symposium unsere Arbeitsgruppe und die Pläne für meine Doktorarbeit vorstelle. 
Landung mit dem Bird
Folglich ging es also um die Bedeutung von Meereis und Meereisdickenmessungen in der Arktis und elektromagnetischen Messungen des Meereises aus der Luft. Vielleicht mache ich mal einen Blogeintrag nur über mein Doktorarbeitsthema. 
Zum Glück hatte ich die vergangenen Monate  so viel über Meereis gelesen, dass ich mich einigermaßen sicher fühlte alle Möglichen Fragen beantworten zu können. Dementsprechend ist der Vortrag dann auch gut gelaufen und ich bin direkt danach zum Helikopterflugplatz gefahren.
ich durfte vorne sitzen
Der Flugplatz ist eine halbe Stunde von der Uni entfernt und die Firma macht überwiegend Sightseeing und Lehrflüge. Als ich ankam empfing mich Sherryl (Johns Frau) und erklärte mir, dass John bereits mit dem Helikopter unterwegs wäre, und dass der Pilot aus Versicherungsgründen sowieso nur John hatte mit an Bord nehmen wollen. Nach kurzer Zeit sahen wir auch den Helikopter zurück kommen und so konnte ich wenigstens die Landung des Birds mitverfolgen. Der Testflug war erfolgreich gewesen und alles hatte funktioniert. Nachdem ich John geholfen hatte den Bird vom Helikopter abzukoppeln rückte er mit einer großen Überraschung raus. Da alles so gut geklappt hatte und sie nur eine halbe Stunde für den Test gebraucht hatten, war eine halbe Stunde Flugzeit übrig und wir würden mit dem Helikopter eine Sightseeing Tour über die Skyline von Toronto machen. Also sind wir alle in den Helikopter (ich durfte vorne neben dem Piloten sitzen) und so hab ich doch noch meinen Helikopterflug gemacht. Sherryl meinte das wäre das erste mal, dass genug Zeit sei um bis zum CN Tower zu fliegen und dass sie das auch noch nie gemacht hätte. Wir haben also eine runde um den CN Tower gedreht und sind waren sogar so nah dran, dass man die Leute im Restaurant sitzen sehen konnte. 
Johns ganzer Stolz
Auf dem Rückweg sind wir direkt über meine Uni und mein Haus geflogen.
Gegen drei Uhr Nachmittags hatten wir den Bird dann schon wieder auseinander genommen und transportfertig ins Auto gepackt. Die Woche danach wurde er direkt nach Vancouver geschickt und letzte Woche waren John und Christian dort zusammen mit Kasu um Messungen zu machen.
Casa Loma
die Nationalhymne
Da ich ein Auto gemietet hatte um zum Flugplatz zu kommen, hatte ich also für den Rest des Tages ein Auto und Sidsel und ich haben dann spontan einen Nachmittagsausflug zur CASA LOMA gemacht. Casa Loma ist ein Schloss in Toronto, dass 1911-1914 als Wohnhaus von einem reichen Privatmann (Henry Pelallt) gebaut wurde. Die Architektur ist an mittelalterliche Schlösser in Europa angelehnt. Zu seiner Zeit war es die größte Privatresidenz Nordamerikas. Inzwischen gehört das Schloss der Stadt Toronto und ist als Museum eine der meistbesuchten Touristenattraktionen in Toronto. (Übrigens wurden einige Filme hier gedreht z. B.: X-Men, Chicago). Sidsel und ich haben uns nur das Gebäude von aussen angesehen, da der Eintritt uns etwas zu teuer war so kurz vor Schließzeit des Museums.
Ich war natürlich in einer super Stimmung dank eines erfolgreichen Tages und die hielt über das ganze Wochenende. Samstags hatten wir dank eines Programms für internationale Studenten günstige Tickets für ein Eishockey Spiel. Da die NHL (North American Hockeyleague) Spieler im Streik haben wir uns ein Spiel der Marlies angesehen. Das war super und vor allem gibt es keine strengen Platzkontrollen, sodass wir uns einfach im zweiten Drittel auf bessere Plätze gesetzt haben. 
Hockey ist wirklich relativ brutal und es gab sogar zwei richtige Prügeleien. Man hat allerdings das Gefühl, dass die Spieler es drauf anlegen, dass es zu so was kommt weil die Fans gerade deshalb das Spiel lieben. Abends sind wir dann noch zu Calvalcades Of Lights Show gegangen. Eine open Air Party vorm Rathaus zum entzünden der Lichter am Weihnachtsbaum. Es gab ein Riesen Feuerwerk und Open Air Konzert. Wir haben uns aber eigentlich nur das Feuerwerk angeschaut, da es einfach zu kalt war und nur Kanadier ein Freilichtkonzert bei Null Grad über mehrere Stunden aushalten.
Universitäts Hockey
Während der Woche haben wir uns dann noch ein Hockeyspiel der Unimannschaft angeschaut. Als Studenten der selben Universität haben wir freien Eintritt. Es war natürlich nicht ganz so toll wie das Marlies Spiel aber trotzdem nett und inzwischen versteh ich auch die Regeln. Die beste Unimannschaft sind allerdings in York die Fussballer (Männer). Sie sind zur Zeit die Nummer Eins aller kanadischen Unimannschaften (im Fussball natürlich).
das Maskottchen
Letztes Wochenende fand in Toronto der 100ste Greycup statt. Das ist ein Pokalfinale im kanadischen Football. Es gab Festivals in der  ganzen Stadt und die ganze Woche war was los. Statt in die Stadt zu fahren habe ich aber einfach ein paar Leute zu mir eingeladen und wir haben mit Chips und Kartoffelsalat den Greycup im Fernsehen geschaut.  Da die Jungs alle am Lernen waren mussten wir Mädels die Regeln selber rausfinden, aber nach 3 Stunden Football hatten wir wenigstens die Grundregeln Verstanden. Es spielte Toronto gegen Calgary und Toronto hat haushoch gewonnen. Der Spieler des Spiels war sogar von unserer Uni. Football ist echt kompliziert aber es macht Spaß wenn man die Regeln einigermaßen versteht und ich kann mir vorstellen, dass es noch viel besser ist wen man die verschiedenen Spielzüge lesen kann.
MAria und Fabian kämpfen mit dem Reispudding
Diese Woche hab ich es sehr ruhig angehen lassen in der Uni, da Christian in Vancouver war und ich nur ein paar Daten hatte und ein neues Programm um damit rumzuspielen. Mittwochabend kam Julia vorbei und wir haben einen Monopolyabend gemacht (meine neuste Anschaffung. Ich hab auch Trivial Pursiut gekauft, aber das war leider in Französisch und jetzt muss ich es umtauschen.). Donnerstag war ich dann bei Sidsel zum Abschieds- oder Weihnachtsessen eingeladen. 
aber alles aufessen
Da viele von meinen Freunden unter den internationalen Austauschstudenten Mitte oder Ende Dezember heim fliegen wollten wir uns alle nochmal treffen. 
Sidsel hat dafür typisch dänische Weihnachtsgerichte gekocht. Neu für mich und sehr gut war das sogenannte Apfelfleisch. Das ist gebackener Apfel mit Bacon. Hmm das war sehr lecker.
Apfelfleisch
Heute werde ich mit Julia und Sidsel zusammen zum Weihnachtsmarkt gehen. JA in Toronto gibt es einen Deutschen Weihnachtsmarkt mit Glühwein und allem was man sich wünschen kann. Bin wirklich gespannt was es da so zu sehen gibt.


auf dem Weihnachtsmarkt
Nachtrag: Es ist schonwieder eine Wocher vergangen und ich hab es noch nicht geschafft den Post mit Fotos hochzuladen. Wie ihr seht nimmt ein Blogeintrag manchmal einfach zuviel Zeit in Anspruch. Vorallem die Fotos hochzuladen. Aber heute werde ich es endlich machen.
Sidsel und ich waren also auf dem Weihnachtsmarkt und haben uns nen Glühwein gegönnt. Es gibt sogar kleine Buden mit handgemachter Weihnachtsedeko und niederländischem und deutschem Weihnachtsgebäck. Aber wie erwartet reicht es nicht an deutschen Weihnachtmarkt ran. Vor allem weil es einfach nicht soviel Essen (vorallem nix Süßes ausser Waffeln und mit Schokolade überzogenener Bacon) gibt wie bei uns. Und die Bratwurst, die ich gegessen hab (hier Oktoberfest Sausage genannt) war in einem Hotdog Brötchen mit Sauerkraut. Haha ich denke die Allgemeinheit hier ist HotDogs einfach zu sehr gewöhnt. 
So das wars jetzt erstmal. Wahrscheinlich werde ich erst im Januar wieder berichten von Weihnachten in den Bergen und Silvester in New York. Da wird es einiges zu berichten geben.

Einige Eindrücke vom Distillerie District.










Noch ein paar Bilder vom Helikopterausflug:





John
Sherryl


Cavalcade of Lights

Ein kleiner Nachtrag zu Halloween und meinem Geburtstag
Julia Monster

Billard

Chun-Soo und Julia