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Ido, me, Ben and Alec |
Ich kann kaum glauben,
dass ich schon wieder seit zwei Wochen zurück in Toronto bin. Die Uni hat mich
wieder voll in Beschlag genommen und deswegen werde ich meinen Trip nach Alert
in mehrere Teile aufteilen. Ich hatte eine wirklich tolle Zeit in Alert und
überwiegend unglaublich gutes Wetter so, dass wir einen Großteil der geplanten
Messungen tatsächlich auch machen konnten. Aber am Besten fange ich mal von
vorne an.
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Twin Otter ready for take off |
I can’t
believe it’s been two weeks already since I arrived back in Toronto. University is keeping me busy again
so I will separate my report about Alert into several parts. I had a great time
there and incredible good weather, so that most of the planned measurement
could be done. Let’s start from the beginning.
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Everybody ready to leave? |
Am
26 April sind wir, das heißt Alec, Justin, Ido, Ben und ich, nach Alert
geflogen. Jim, unser Pilot von Ken Borek Air, hatte entschieden ohne Zwischenstopp direkt nach Alert zu fliegen und so waren wir
nach knapp 4 Stunden dort (zu Erinnerung: keine Toilette an Board). Da es
keinen Druckausgleich in der Kabine der Twin Otter gibt, ist es mir während des
letzten Drittels des Fluges ziemlich schlecht gegangen, da wir um schneller
anzukommen relativ hoch geflogen sind (über 10 000 feet oder ca 3000m).
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squeeze in, not much space in the Twin Otter |
Aber ich bin angekommen
und das war die Hauptsache. In Alert hat uns dann der Commanding Officer
begrüßt, Alert ist ja eine Basis der Canadian Forces, und deshalb hieß es
erstmal Gepäckkontrolle und Sicherheitseinweisung. Das ist besonderst wichtig
da es bis zu 3 Tage oder so dauern kann, bis man zum nächsten Krankenhaus
gebracht wird, falls etwas passiert.
The 26st
April Alec, Justin, Ido, Ben and I flew to CFS Alert. Our pilot Jim (Ken Borek
Air) had decided to fly directly and not to have a stopover in Eureka for refueling and so we just had a 4
hour flight. To remind you: no toilet on board haha. But that turned out to be no
problem. Since the Twin Otter doesn’t have a altitude compensation (pressure
compensation), I got sick after about 3 hours of flying. Apparently we were flying
over 10.000 feet high to get to Alert faster and my body couldn’t cope with it.
But I arrived and everything else didn’t matter. CFS Alert is a base of the
Canadian Forces so we were welcomed by the Commanding Officer. That also meant
an immediate luggage control and a security briefing, which is very important
since it could take about 3 days or so until you would get to the next hospital.
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my room |
In der
Station können ca 200 Personen untergebracht werden und es gibt ein Fitnessstudio, zwei Bars und sogar nen
Souvenir Shop (haha dem konnte ich auch nicht ausweichen). Außerdem alles was
man so braucht zum betreiben eines Flughafens und einer Feuerwehr. Es eine
Wetterstation die von Evironment Canada betrieben wird und dementsprechend ein
paar Labore und Lagerhallen. Während ich dort war, war
die Station nicht wirklich ausgelastet und mit Wissenschaftlern und Militär
waren vielleicht 80 Leute dort. Unsere wichtigsten
Kontaktpersonen dort waren Jim und Al vom DRDC (Defense Research and
Developement Canada zumindest glaube ich sie sind vom DRDC ), die für uns
Logistik und Organisation in Kooperation mit dem Militär übernommen haben.
There is
enough space for about 200 people on base and they have a gym, 2 bars and a
souvenir shop (haha I couldn’t evade that one). Additionally they have
everything necessary to keep an airport and a firefighter department running, a
weather station that’s run by Environment Canada and therefore a few labs and
warehouses. There were about 80 people on base while I was staying there
including scientist and military so it wasn’t really crowded. Our most
important connection on base where Al and Jim from DRDC (at least I think so).
They were handling logistics and organizational stuff with the military for us.
Nach der Sicherheitseinweisung
(schnarch öde aber auch witzig. Man und Frau dürfen sich nur alleine in einem
Raum aufhalten, wenn die Tür offen ist und kein Händchenhalten erlaubt haha)
hieß es also direkt ab in die Lagerhalle und Sachen auf die Schlitten packen damit
wir am nächsten Tag direkt loslegen können und mit den Ski-Doos (Schneemobilen)
raus aufs Eis fahren können. Alec und Justin haben sich dazu vorher Sattelitenbilder
angesehen, denn an manchen Stellen ist das Eis zu rau um mit den Ski-Doos
durchfahren zu können. Das heißt wir mussten vorab immer erstmal eine Strecke
auf dem Sattelitenfoto bestimmen um dann mittels GPS dem vorher geplanten Weg
zu folgen.
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Searching for a path for the skidoos |
After the
security briefing (totally boring but also funny because man and women are not
allowed to be alone in a room without the door open, and no holding hands on
base) we went to the warehouse to prepare the sleds for next days field trip.
We wanted to start early the next morning so the Skidoos and everything else
had to be ready for the trip out on the ice. To find the proper route for the
Skidoos, Alec and Justin had looked at satellite pictures for smooth and thin
ice along the way. It’s way easier to travel on thin leveled ice instead of
areas of ridged ice. So for every new location we had to find a route and use
GPS coordinates following the preset path.
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Ido |
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Am nächsten Morgen gings
dann direkt los. 5 Leute und 4 Ski-Doos und 3 Schlitten. Juhuu. Meine erste
Tour war erstmal nur als Beifahrer, aber so hatte ich Gelegenheit den ersten
Blick auf das Eispanorama im Sonnenschein zu genießen. Die Fahrt war außerdem
ziemlich rau und nicht beim nächsten Hubbel vom Sitz zu fliegen haha. Und das
erste Highlight kaum, dass wir die Station verlassen hatten, kreuzten wir den
Weg eines Wolfes der uns interessiert hinterher Blickte.
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curious wolf |
So the next
morning we had a perfect start. 5 people on 4 Skidoos and with 3 sleds. Yeeha
so much fun. My first tour just as a passenger on a Skidoo, but plenty of time
to take in the panorama of sea ice in the sun. It was a rough ride and I had to
pay attention so I wouldn’t fall off going over a bump. The first highlight on
our way: a wolf watching us while we were heading off towards the ice.
Alle Stationen, die wir
mit den Ski-Doos erreichen konnten waren in der näheren Umgebung von Alert und
somit auf sogenanntem Landfast Ice. Dieses Eis bewegt sich sehr wenig und somit
können wir die Stationen ohne Probleme mehrmals besuchen.
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drilling |
Für die meisten
Messstationen hatten wir die gleichen Messungen. Das heißt Eisdicke bestimmen (dafür
wird gebohrt) an mindestens 5 Stellen (meistens auf einem Kreuzprofil),
Schneedicke bestimmen, Eiskern nehmen für Textur oder biologische Analysen und
vor allem meine Aufgabe: EM Messungen.
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Ben and Justin a good team |
All the
stations, that were reachable by skidoo, were in proximity of the base and on
so called landfast ice. This kind of ice doesn’t drift a lot so we could
revisit the stations several times.
Most of the
stations included the same kind of measurements: ice thickness (includes
drilling), snow depth, taking ice cores for texture or biological analysis.
My focus was
electromagnetic (EM) measurements.
Ich weiß ich hab das nie
genau erklärt, aber dank des Leitfähigkeitsunterschieds zwischen Eis und
Meerwasser kann ich anhand von elektromagnetischen Feldern, die ich sende und
empfange, bestimmen, wie dick das Eis ist.
I know that
I never explained this in detail, but EM uses the difference in electrical
conductivity of sea ice and the sea water to estimate the thickness of the ice.
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the EMP |
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measurements over drill holes |
Das Messgerät wurde also
einfach auf einem Plastikschlitten befestigt und dann bin ich losmarschiert um
die jeweilige Eisscholle zu untersuchen. Dabei stoppe ich über den Bohrlöchern
bei denen ich genau weiß wie dick das Eis ist um meine Messungen zu
kalibrieren. Ich bin ja immer noch der Meinung das meine Aufgabe der beste Job
auf dem Eis ist, denn ich laufe einfach rum, hab eine Kamera dabei und ziehe
dabei den Schlitten hinter mir her. Perfekt um die Gegend zu erkunden, aber
natürlich muss ich aufpassen wie weit ich mich von der Gruppe entferne und wo
ich lang laufe. Wegen der Gefahr auf Eisbären zu treffen hatten wir zwei Gewehre
dabei und da Alec und Ben, die einen Waffenschein haben, mich nicht begleiteten,
musste ich immer relativ nah an der Gruppe bleiben.
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exploring the area with the EMP |
The
measurement device was fixed onto a toboggan and I just walked around pulling
it behind me. I always stopped above the drill holes for validation of my data. I still
think that I had the best job since it included walking around and exploring
the area, pulling the toboggan behind me. I had to pay attention to not get to
far away from the group. To protect us from polar bears we were taking 2 rifles
along. Since just Ben and Alec were allowed to handle them I had to stay close
to them.
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Alone in an endless whiteness |
Ich musste auch in Sicht
sein (also nicht hinter einem Eisblock verschwinden), denn ein falscher Schritt
und ich könnte in ein Schneeloch fallen oder so. Damit ich mich bemerkbar
machen konnte hatte ich immer ein kleines Horn dabei um im Notfall ein Signal
geben zu können.
I was supposed to always stay in sight (don’t
just vanish behind an ice block), because one step into the wrong direction and
I could have fallen into a hole or something like that. In case of an emergency
like that, I had to honk the little horn I was carrying with me.
Am ersten Tag hab ich mir
nicht viele Gedanken darüber gemacht und natürlich ständig das Horn vergessen.
Ich mein wie wahrscheinlich ist es auf einen Eisbären zu treffen! Der wird ja
wohl nicht plötzlich hinter einem Eisblock auftauchen. Es hat tatsächlich
niemand einen auch nur aus der Ferne gesehen während wir da waren. Aber einmal
als ich mich nur für eine Pinkelpause von der Gruppe entferte; übrigens eine
kalte und komplizierte Angelegenheit mit solchen Klamotten und mega großen
Stiefeln. Wie Verena und ich sagen würden herrscht auf dem Eis ein schlechte
Buschsitutation, weshalb ich irgendwann dazu überging mit dem Ski-Doo zu
entsprechenden Blickhindernissen zu fahren.
Also als ich mich von der Gruppe entfernte
bin ich mit meinem Fuß hüfttief in eine Spalte eingebrochen. Ich bin zwar
alleine wieder rausgekommen aber nur dank eines Eisriffs an dem ich mich
festhalten konnte, denn mein Fuß hat nicht den Boden der Spalte finden können.
Der Schnee gefriert in einer ganz dünnen Schicht über solche Stellen und man
kann das einfach nicht sehen. Von da an hatte ich dann immer das kleine Horn
dabei. Für alle Fälle.
Außerdem lernte ich das
Eis zu lesen und eventuelle Gefahrenzonen zu vermeiden.
I didn’t take
it very serious the first days and forgot to take the little horn along all the
time.
I mean how high is the risk of running into a polar bear? He won’t hide
behind an ice block and jump out as soon as you pass by! In reality nobody ever
saw one while I was in Alert. Not even from the distance.
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Justin | |
But once I left the
group for a washroom break: by the way a cold and not very easy task in big fat
boots and layers over layers of clothes. As my friend Verena and I would say: a
bad bush situation, therefore I started to take a skidoo to get to an
obstruction of sight (?not so sure about this term). So while leaving the group
I stepped into a hole. I was as deep in as my leg would go (hip) and couldn’t
even touch the ground. I got lucky and could climb out myself, holding onto a
little ice riff right next to me. The snow freezes in very thin layers and
covers all kinds of structures. It’s no possible to see what lies underneath.
From this time on I never forgot to take the little horn along, even just for a
little washroom break. Just in case. I also learnt to recognize and evade areas
where the risk of unpredictable structures would be higher.
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Ben and Alec |
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Ben an Ido |
Jetzt hab ich total den
Faden verloren. Achso erster Tag: es war also ein erfolgreicher Tag mit den
ersten Messungen und der ersten Ski-Doo-Fahrt. Gleich am ersten Tag bekam ich
aber auch einen Eindruck was alles schiefgehen kann, denn natürlich lief nicht
alles perfekt. Ben und Ido konnten ihren Motor, mit dem sie Bohrkerne ziehen
wollten, einfach nicht zum Laufen bringen und so sind sie zurück zur Basis
gefahren um einen zweiten zu holen. Auf dem Weg zurück zu uns ist eins der
Ski-Doos ausgegangen und wollte nicht wieder anspringen. Sie haben es
stehengelassen und sind zu zweit auf einem gekommen. Jetzt hatten wir also nur
noch 3 Ski-Doos. Auf dem Weg zur Station
hatte sich außerdem eine der Kufen von Justins Ski-Doo gelöst und bewegte sich
unkontrolliert hin und her. Ben hatte aber die geniale Idee die Kufe mit einem
Bambus Stab, die wir zum markieren der Stationen dabei hatten, einfach an der
zweiten Kufe festzumachen. Somit konnten wir mit 3 Ski-Doos abends wieder zurück fahren. Achso und der
zweite Motor, den sie geholt hatten wollte auch nicht so wirklich laufen. Wie
wir feststellten mögen die Motoren die Kälte nicht wirklich. Abgesehen davon
funktionierte aber der Rest und so kamen wir nach einem erfolgreichen Tag gegen
9 Uhr abends wieder in der Station an.
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Fast fix for the skidoo |
I just
totally lost my train of thought. Ahh yes first day: so it was a successful day
with the first measurements and the first skidoo ride. I also got an impression
what can go wrong on a trip like this. Since the motor, that Ido and Ben wanted
to use for ice coring, didn’t work, they had to go back to the base and get
another one. On their way one of the skidoos died and they had to leave it
behind. Additionally one of the runners of Justin’s skidoo had loosened, but
Ben had the great idea to fix it using a bamboo stick and tying it to the
second runner. So we were able to go home on 3 skidoos. By the way the second
motor didn’t want to run properly either so we learned that they don’t like the
cold very much.
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Ido and Ben warming up the motor |
Apart from
that everything else worked out and after a successful day we arrived back at
the station around 9 pm.
Wie es die
meisten Abende der Fall sein sollte
hatten wir das Abendessen verpasst. Aber Al oder Jim hatten uns von der Küche
Essen bereitstellen lassen, dass wir uns aufwärmen konnten. Das Wetter war
unglaublich an meinem ersten Tag in Alert und bis auf die letzten 5 Tage blieb
es immer sonnig. Nach einem langem Tag draußen und dank Vorhängen am Fenster,
war es auch kein Problem mit Mitternachtssonne zu schlafen.
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Lunch break |
Das war der erste Teil
von meinem Aufenthalt in Alert weiter geht’s dann nächste Woche.
As it
turned out to bet he case most of the evenings, we missed the dinner. But Al or
Jim would always keep some food for us, which we could warm up later. The
weather was great that day and most of the time in Alert, apart from the last
five days. After a long day outside and thanks to curtains in front of the
window, I didn’t have any problem to fall asleep with a midnight sun outside.
This was
the first part of my trip to Alert. There will be more about my trip next week.
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wolf footprints caused a special wind erosion |
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this is soon going to be a melt pond |
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topography and snow depth measurements |